„Außer Spesen nichts gewesen“ – Zinsen dürften im Euroraum auf tiefem Niveau verharren

Michael Frauenschuh am

Seit geraumer Zeit unterliegt eine Veranlagung am Sparbuch bzw. das Geld unterm Kopfpolster einem realen Wertverlust. Das bedeutet, die Inflation ist höher als die erzielbaren Zinsen. Selbst bei einer Investition in Staatsanleihen in der Eurozone ist erst ab einer Laufzeit von knapp unter fünf Jahren eine positive Rendite erreichbar. Sofern bei diesem minimalen Ertrag noch Depotgebühren und Kaufspesen bzw. Steuern berücksichtigt werden, bleibt unterm Strich für den Anleger nicht viel übrig.

Aktuell gibt es keinen Anlass zur Aussicht auf Besserung. Bei der letzten Sitzung der Europäischen Zentralbank im Juni hat EZB-Präsident Mario Draghi bei seinem Statement Zinserhöhungen bis zum Sommer 2019 ausgeschlossen. Generell dürfte die EZB-Politik etwas restriktiver ausfallen – so wird das Anleihekaufprogramm ab Jänner eingestellt. Durch diese Ankündigung wird die europäische Geldpolitik für die Marktteilnehmer dennoch ungewöhnlich kalkulierbar.

Der überraschend starke Anstieg der Inflationsrate, der teilweise in einigen Euro-Ländern die Zwei- Prozent-Marke überschritt, die in den EZB-Richtlinien hinsichtlich der Preisstabilität definiert ist, ändert nichts an der Tatsache, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Viele Staaten der Europäischen Union, vor allem die Länder in Südeuropa, können sich eine Zinsanhebung schlichtweg nicht leisten.

Gerade in Italien werden die Maastricht-Kriterien nicht eingehalten und bei einer Verschuldungsrate von rund 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts drückt der Schuh der Staatsverschuldung gewaltig. Mittlerweile ist der Beitrag Italiens an der Staatsverschuldung des gesamten Euroraums auf mehr als ein Fünftel angestiegen. Eine Zinsanhebung würde den Schuldendienst Italiens massiv erschweren.

Europa kämpft weiterhin mit strukturellen Problemen. Die Abhängigkeit von der sogenannten „Old Economy“ – diese beinhaltet Industriezweige wie die Auto- oder Stahlindustrie – ist in Europa im Vergleich zur USA noch relativ stark. Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Handelshemmnisse würden gerade diese Sektoren der europäischen Wirtschaft sehr hart treffen.

Das sind genügend Argumente für die EZB, die Zinsen auf längere Sicht unverändert zu lassen. Auch ein Wechsel an der Spitze der EZB im Oktober 2019 wird den Zinszyklus nicht beschleunigen. Nur ein unerwartet deutlicher Wirtschaftsaufschwung oder ein Abbau der Staatsverschuldung im Euroraum sowie eine ausufernde Inflation könnten eine schnellere Zinswende einläuten.

Stand: 12.September 2018

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