Die Angst vor der Volatilität

René Lobnig am

2017 hatten die Aktienmärkte ein bis dato wirklich gutes Jahr. Rund um den Globus weist das Gros der Aktienindizes recht ansehnliche Zuwächse auf. Doch nicht nur die Performance der Märkte beeindruckt, sondern auch die relativ niedrige Schwankungsintensität der Kurse. Die Schwankungsintensität wird zumeist über die Volatilitätskennzahl gemessen. Volatilität ist für viele Anleger allerdings eine recht abstrakte und schwer greifbare Darstellung des Risikos. Daher werde ich an dieser Stelle eine andere Darstellungsweise verwenden, welche deutlich besser veranschaulicht, wie gering die Schwankungen und das „Risiko“ der Aktienmärkte im heurigen Jahr wirklich waren.

Der „Maximum Drawdown“ misst den maximalen zwischenzeitlichen Verlust, den ein Anleger innerhalb des definierten Zeitraums erlitten hat bzw. hätte. Im europäischen Euro STOXX 50 lag dieser Verlust im heurigen Jahr bei maximal -2,9%, im amerikanischen S&P 500 ebenfalls nur bei -2,8%. Dies ist außergewöhnlich niedrig, vor allem, wenn man die Historie betrachtet. Seit 1950 lag dieser Wert im S&P innerhalb eines Kalenderjahres bei durchschnittlich -13,5%, während der Median bei -10,5% lag. In mehr als der Hälfte aller Kalenderjahre war der maximale zwischenzeitliche Verlust dabei zumindest zweistellig. Interessant ist jedoch, dass trotz dieser relativ hohen „Drawdowns“ die Wertentwicklung in 79% der Kalenderjahre positiv war. In Summe gesehen konnte der US-Aktienmarkt sogar in fast 60% der Kalenderjahre zweistellige Zuwachsraten erreichen.

Quelle:Bloomberg

Phasen mit stärkeren Schwankungen an den Aktienmärkten sind normal. Oft liegt dies auch weniger an den Aktien der Unternehmen selbst, als vielmehr an psychologischen Einflussfaktoren auf die Marktteilnehmer. Nicht zuletzt deshalb ist davon auszugehen, dass die Märkte über kurz oder lang wieder in eine Phase mit höherer Volatilität und höheren zwischenzeitlichen Verlusten eintauchen werden. Dies heißt aber nicht, dass man nur aufgrund der Erwartung stärkerer Schwankungen nicht in Aktien investieren sollte, denn Volatilität ist wie gezeigt nicht mit negativen Erträgen gleichzusetzen. Langfristig gesehen ist Volatilität als Ausdruck von Risiko sogar nötig um höhere Renditen zu generieren. Darüber hinaus eröffnet Volatilität immer auch interessante Möglichkeiten für Zukäufe. 

Volatilität – egal ob nun historische oder antizipierte – darf die Frage nach einem Einstieg in die Märkte somit nicht beeinflussen. Für Anleger die dennoch Angst vor stärkeren Schwankungen haben erscheint ein gleitender Einstieg ebenso opportun wie Liquidität als Portfoliobestandteil. Denn so sichert man sich einerseits Durchschnittskurse und hat andererseits die Möglichkeit bei höherer Volatilität günstigere Kaufkurse zu nutzen.

Stand: 29. Mai 2017

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