Informationen sind nicht immer relevante Fakten

René Lobnig am

Seit Herbst 2015 ist René Lobnig für die Hypo Salzburg im Bereich der Vermögensverwaltung tätig.

Zuvor

verantwortete er u.a. die Entwicklung strukturierter Investmentprodukte

und das Portfoliomanagement eines Vermögensverwalters in Zürich und

managte Publikums- und Spezialfonds für eine Privatbank in Salzburg.

Seine

mehr als 15-jährige praktische Erfahrung im Finanzbereich ergänzte er

mit der Ausbildung zum CFA (Chartered Financial Analyst) im Jahre 2010

bzw. zum CAIA (Chartered Alternative Investment Analyst) im Jahre 2011.

Der berühmte Ökonom John Maynard Keynes wird häufig mit dem Satz: „When the facts change, I change my mind. What do you do, Sir?“ zitiert. Bis heute ist jedoch nicht abschließend geklärt, ob er diese oder eine ähnliche Aussage tatsächlich jemals getätigt hat. Unabhängig davon ist die Botschaft dieses Satzes klar. In unserem schnelllebigen Informationszeitalter ist die Aussage dabei so wahr wie nie zuvor, insbesondere auch, wenn man sich auf die Welt der Finanzmärkte fokussiert.

Ein wichtiger Grund warum sich an den Finanzmärkten überhaupt Geld verdienen lässt, liegt auch darin, dass Menschen keine rational handelnden Maschinen sind. Den in vielen theoretischen Modellen dargestellten Homo oeconomicus gibt es schlicht und ergreifend nicht. Angst und Gier sind die prominentesten Vertreter jener Emotionen, welche Menschen in ihren Entscheidungen beeinflussen und diese daher ein stückweit irrational machen. Genau diese Irrationalität ermöglicht es erst, dass am Markt für Vermögenswerte Preise gezahlt werden, die oftmals eben nicht dem fairen Wert entsprechen.

Marktpsychologie bzw. die Psychologie der Marktteilnehmer ist ein äußerst interessantes, aber auch weitläufiges und komplexes Thema. Der Platz hier reicht in jedem Fall nicht um das Thema auch nur im Ansatz anzuschneiden. Und obwohl sich viele Anleger der psychologischen Einflüsse auf ihre Entscheidungen bewusst sind, ist es eine Problematik, welche in der Praxis nur schwer greifbar ist und nicht zuletzt daher in Investitionsprozessen häufig untergeht bzw. nur unzureichend Beachtung findet.

Vor allem die Kognition im Sinne der Informationsverarbeitung ist es, welche uns in der Wahrnehmung "Streiche" spielt und wirklich rationales Entscheiden verhindert. Das Informationszeitalter ermöglicht eben nicht nur, dass wir zu jeder Zeit bestens informiert sind - oder zumindest glauben, dass wir es sind. Es überfordert uns auch weil wir die Flut von Informationen zum einen nicht verarbeiten können und zum anderen falsch priorisieren. Dies wiederum führt zu falschen Schlüssen und Entscheidungen.

Benjamin Graham - seines Zeichen einer der wohl bekanntesten Value-Investoren und Lehrmeister von Warren Buffet - hat herausgestrichen, dass man die täglichen Schwankungen des Marktes nicht zu ernst nehmen sollte, weil sie das Abbild für die Stimmung der Investoren und nicht für fundamental zugrunde liegende Werte sind. Nicht jede Information und Nachricht ist immer relevant, ein Großteil der täglichen Informationen sollte für Anlageentscheidungen keine Rolle spielen. Denn nicht jede Nachricht ändert wirklich die zugrundeliegenden Fakten. Ein gutes Unternehmen bleibt zumeist ein gutes Unternehmen, es zählt lediglich der Preis zu dem ich es an der Börse erwerben kann. Und Anleihen ohne Rendite sind nun mal teuer und bieten lediglich renditeloses Risiko, aber unter normalen Umständen sicher kein attraktives Investment.

Anleger sollten sich immer vor Augen halten, dass die kurzfristigen Bewegungen des Marktes nicht absehbar sind, weil die Stimmung der Anleger von zu vielen Faktoren abhängt, die nie in ihrer Gänze kalkuliert werden können. Selbst auf lange Sicht macht es keinen Sinn zu irgendeinem Zeitpunkt Prognosen für den Stand oder die Verfassung des Marktes abzugeben - die Möglichkeit in  die Zukunft zu blicken haben wir trotz aller Technologie (zum Glück) noch nicht. Wenn Sie also irgendwo wieder die allseits beliebten Prognosen zum Indexstand eines Aktienmarktes am Jahresende sehen - das können Sie getrost vergessen.

Erfolgreiche Geldanalage ist eine Investition und niemals eine Spekulation - denn dafür gehen Sie am besten ins Casino, wo Sie mit festgelegten Wahrscheinlichkeiten arbeiten können. Investieren heißt den langen Weg zu gehen, die relevanten Fakten zu kennen und sich nicht von den täglichen Störfeuern in Form von Nachrichten vom Weg abbringen zu lassen. Solange sich die Fakten, welche den Wert des Investments bestimmen, nicht nachhaltig ändern, gibt es keinen Grund die eingeschlagene Richtung zu verlassen.

 

Stand: 08. November 2016

Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Marketingmitteilung, welche von der Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft ausschließlich zu Informationszwecken erstellt wurde. Sie wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen. Diese Marketingmitteilung stellt weder eine Anlageberatung, noch ein Angebot oder eine Einladung zur Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Veranlagungen dar. Die enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung – vorbehaltlich von Änderungen und Ergänzungen. Die Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Inhalte und für das Eintreten von Prognosen. Die Inhalte sind unverbindlich und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dar. Da jede Anlageentscheidung einer individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse (z.B. Risikobereitschaft) des Anlegers bedarf, ersetzt diese Information nicht die persönliche Beratung und Risikoaufklärung durch den Kundenberater im Rahmen eines Beratungsgesprächs. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Finanzinstrumente und Veranlagungen mitunter erhebliche Risiken bergen. Angaben über die Wertentwicklung beziehen sich auf die Vergangenheit und stellen daher keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung dar. Währungsschwankungen bei Nicht-Euro-Veranlagungen können sich auf die Wertentwicklung ertragserhöhend oder ertragsmindernd auswirken. Aus der Veranlagung können sich steuerliche Verpflichtungen ergeben, die von den jeweiligen persönlichen Verhältnissen des Kunden abhängen und künftigen Änderungen unterworfen sein können. Diese Information kann daher nicht die individuelle Betreuung des Anlegers durch einen Steuerberater ersetzen. Die beschränkte Steuerpflicht in Österreich betreffend Steuerausländer impliziert keine Steuerfreiheit im Wohnsitzstaat. Prospekte sowie allfällige Nachträge von Emissionen der Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft, welche auf Grund des KMG aufzulegen sind, liegen bei der Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft auf. Im Falle von anderen Emissionen liegt der Prospekt samt allfälligen Nachträgen beim jeweiligen Emittenten auf.