It Ain’t Over ‘Til It’s Over!

René Lobnig am

Es liegt in der Natur der Sache, dass Aktienmärkte mittel- und langfristig immer wieder neue Hochs erklimmen. Anleger nehmen dafür gerade kurzfristig auch höheres Risiko in Form von Schwankungsintensität in Kauf. Aktuell feiern die Aktienmärkte – allen voran der US-amerikanische Markt – aber ein Fest nach dem anderen und es hat den Eindruck, dass die Kursnotierungen gegenüber potentiellen Risiken fast schon immun sind. Ein Grund hierfür liegt in der starken Performance von Technologieunternehmen. Apple, Amazon, Facebook, Alphabet und Co. ziehen in ihrem Sog die Kursnotierungen an den Börsen nach oben und scheinen dabei selbst gegenüber hohen Bewertungen/Erwartungen erhaben. Aus Konsumentensicht ist es ohnehin fast unmöglich an diesen Namen vorbeizukommen.

Welchen Stellenwert Technologie im Wirtschaftsleben mittlerweile tatsächlich einnimmt, zeigt sich an traditionellen volkswirtschaftlichen Zusammenhängen. Während Effizienzsteigerungen durch Technologie und Automatisierung das Wirtschaftswachstum ankurbeln, bleibt trotz niedriger Arbeitslosenquoten nachhaltiges Lohnwachstum aus. Digitalisierung und Automatisierung rauben der menschlichen Arbeitskraft selbst bei Vollbeschäftigung ihre Verhandlungsmacht. Der traditionelle inverse Zusammenhang zwischen Arbeitslosenquote und Lohnwachstum verliert mehr und mehr an Bedeutung, man rüttelt unfreiwillig an einer der Grundfesten der volkswirtschaftlichen Theorie.

Notenbanken stellt dies vor massive Herausforderung, denn für EZB und Co. stellt die Inflation eine zentrale Größe ihrer Politik dar. Inflation wiederum ist ein indirektes Resultat des Lohnwachstums. Bleibt also das Lohnwachstum aus, so hapert es auch bei der Inflation. Dies kann dazu führen, dass Notenbanken Zinsen zu lange niedrig bzw. die Geldpolitik zu lange expansiv halten um über den Stimulus der Wirtschaft die Inflation anzukurbeln. Mittelfristig gesehen resultiert dies in einer Verstärkung der Wirtschaftszyklen. Wachstumsphasen könnten länger und intensiver werden, umgekehrt steigt auch die Gefahr auf stärkere Rezessionen. Notenbanken fehlt in schweren Zeiten möglicherweise traditionelles Instrumentarium um gegenzusteuern und ihre Hauptaufgabe zu erfüllen – durch antizyklische Maßnahmen die Konjunkturzyklen zu glätten.

Womit wir wieder bei den Aktienmärkten wären. Häufig liest man, dass der aktuelle Aufwärtstrend an den Aktienmärkten bereits ungewöhnlich lange anhält. In Kombination mit hohen Bewertungen – zumindest in einigen wichtigen Märkten - ist dies für viele Marktteilnehmer ein klares Warnsignal. Aus einer traditionellen Betrachtung heraus ist diese Betrachtung sicher richtig. Vielleicht ist aber die traditionelle Sichtweise ohnehin nicht mehr ganz opportun und möglicherweise hängt dies eben damit zusammen, dass sich durch die zunehmende Technologisierung, Automatisierung und Digitalisierung volkswirtschaftlich und notenbankpolitisch gesehen strukturelle Änderungen ergeben. „It ain’t over ‘til it’s over!“ Für Anleger bedeutet dies, dass sich ein Engagement am Aktienmarkt immer noch lohnt, gerade wenn man Augenmerk auf Qualität und Bewertung des Unternehmens legt. Vor dem Hintergrund mangelnder Rendite-Alternativen in anderen Assetklassen bleiben Aktien langfristig gesehen aber in jedem Fall attraktiv.

Stand: 1. Dezember 2017

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