Zinsloses Risiko im Portfolio

René Lobnig René Lobnig am

Seit Herbst 2015 ist René Lobnig für die Hypo Salzburg im Bereich der Vermögensverwaltung tätig.

Zuvor verantwortete er u.a. die Entwicklung strukturierter Investmentprodukte und das Portfoliomanagement eines Vermögensverwalters in Zürich und managte Publikums- und Spezialfonds für eine Privatbank in Salzburg.

Seine mehr als 15-jährige praktische Erfahrung im Finanzbereich ergänzte er mit der Ausbildung zum CFA (Chartered Financial Analyst) im Jahre 2010 bzw. zum CAIA (Chartered Alternative Investment Analyst) im Jahre 2011. 

Die Entwicklungen der letzten Jahre mit den massiven Interventionen der Nationalbanken haben die Finanzmärkte sukzessive vom risikolosen Zins zum zinslosen Risiko geführt.  Selbst wenn das geflügelte Wort des „zinslosen Risikos“ mittlerweile inflationär gebraucht wird, so trifft es den Nagel auf den Kopf.

Die Attraktivität von festverzinslichen Anlagen im Sinne von Anleihen lag immer darin, dass diese  konstante, sichere Erträge brachten und die Schwankungsintensität im Vergleich zu anderen, vermeintlich risikoreicheren Anlageformen wie Aktien deutlich niedriger war. Über Jahrzehnte sinkende Zinsen taten ihr Übriges und so konnten anleiheseitig Renditen erzielt werden, die der Performance der Aktienmärkte oftmals zumindest ebenbürtig waren.

Grafik 1: Wertentwicklung weltweiter Aktien (MSCI World inkl. Bruttodividenden) versus weltweiter Staatsanleihen (Citi World Government Bond Index) auf EUR-Basis seit 31.12.1988 – Stand 30. Juni  2016; Quelle: Bloomberg

Genau in der hervorragenden Performance der Vergangenheit liegt nun das Problem zukünftiger Erträge. Die mittlerweile extrem niedrigen Zinsniveaus rund um den Globus machen es praktisch unmöglich über die nächsten Jahre vernünftige nominale Renditen zu erwirtschaften, geschweige denn jene Erträge, die man über die letzten Jahrzehnte gewohnt war. Anleger müssen ihre Erwartungen an die Erträge der Anleihekomponente massiv anpassen. 

Grafik 2: Entwicklung Zinsniveaus 10-jähriger Staatsanleihen - Stand 11. Juli 2016; Quelle: Bloomberg

Doch damit nicht genug. Investoren sollten sich auch im Klaren darüber sein, dass das Risiko der Anleihekomponente aufgrund der niedrigen Zinsen massiv gestiegen ist. Denn während die Zinsen nach unten nur mehr wenig Potential zu haben scheinen, würden steigende Zinsen deutlich negative Spuren in den Kursen der anleiheseitigen Veranlagungen hinterlassen. In Zeiten wo viele Investoren die Laufzeiten bzw. Kapitalbindung ihrer festverzinslichen Anlagen zu Gunsten einer etwas besseren nominalen Rendite erhöhen, ist dies eine oft unterschätzte Gefahr.

Das Niedrigzinsumfeld sollte daher als Anlass genommen werden, die Allokation des Portfolios zu überdenken und seine Investments gegebenenfalls an die Situation anzupassen. Reine Engagements im Staatsanleihebereich werden Anlegern kaum mehr zufriedenstellende Erträge liefern. Im Gegenteil, sie werden das Risiko des Portfolios erhöhen. Um dem Risiko entsprechend zu begegnen, besteht die Möglichkeit, dass Anleger ihr Augenmerk auf bestimmte Anleihesegmente wie beispielsweise Unternehmensanleihen oder Inflation legen und sich hier bietende Chancen bewusst nutzen. Zwar ist auch in diesen Segmenten ein Zinsrisiko gegeben, allerdings kann dieses im Rahmen von gemanagten Produkten wie Fonds oder einer gemanagten Gesamtlösung wie der Vermögensverwaltung größtenteils eliminiert werden. Auf Einzelproduktebene machen dagegen Spezialpapiere wie Stufenzinsanleihen in einem ausgewogenen Portfolio durchaus Sinn.

Qualitätsaktien sind ein weiterer Baustein, welcher in einem langfristig ausgerichteten Portfolio eine interessante Beimischung darstellt. Viele Anleger scheuen immer noch ein Engagement im Aktienbereich, weil sie die hohe Schwankungsintensität fürchten. Und Aktien werden volatil bleiben, soviel lässt sich bereits jetzt sagen. Allerdings ist die Attraktivität von Aktien in Relation zu Anleihen momentan deutlich höher, gerade vom  Bewertungsstandpunkt aus gesehen. Anleger sollten sich auch von kurzfristigen Bewegungen durch Ereignisse wie den Brexit nicht täuschen lassen. Es geht um langfristig stabile und profitable Geschäftsmodelle, die zu vernünftigen Preisen erworben werden können.

Wenn etwas teuer wird, steigt das Risiko, dass es wieder billiger wird. Genau diese Situation haben wir momentan im Anleihemarkt. Für Anleger gilt es daher ihre Erwartungen an die Renditen dieses Bereichs anzupassen und ihr Portfolio zu sichten bzw. zu prüfen.

Stand: 11. Juli 2016

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