Lebenslanges Lernen ist auch aus demokratie-politischer Sicht wichtig!

Seit dem Jahr 2012 gibt es an der Paris-Lodron Universität Salzburg ein österreichweit einzigartiges Bildungsangebot: Ältere Menschen ohne Matura können an der Universität 55-PLUS ihren Horizont erweitern. Leiter der Universität 55-PLUS ist der emeritierte Psychologieprofessor Urs Baumann. Im ZIT-Interview steht er über dieses innovative Bildungsangebot und zum Thema lebenslanges Lernen Rede und Antwort.

Wie kamen Sie und Ihr Team auf die Idee, eine Universität für ältere Menschen ins Leben zu rufen?
Ausgangspunkt war ein Psychologie-Seminar im Jahr 2010, bei dem wir uns mit dem Thema Seniorenuniversitäten in Europa auseinander gesetzt haben. Dabei wurde ersichtlich, dass es international bereits seit den 70er Jahren ein großes Angebot gibt. So bieten in Deutschland über 40 Universitäten Kurse für ältere Menschen an, doch in Österreich gibt es bis heute nichts Vergleichbares. Die Angebote in Klagenfurt und an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien sind mit den internationalen Angeboten aufgrund des schmalen Konzeptes nicht vergleichbar. Die Salzburger Universität 55-PLUS ist die erste vollwertige Seniorenuniversität Österreichs.

Wer kann die Universität 55-PLUS besuchen? Wie hoch sind die Studiengebühren?
Das Alter ergibt sich bereits aus dem Namen: 55-PLUS, wobei das „Plus“ gleichzeitig auch das Kürzel für die Paris-Lodron Universität Salzburg ist. Wir haben bewusst auf Zugangsbeschränkungen wie z.B. die Matura verzichtet. Grund dafür ist, dass man eine Matura, erworben mit 20 Jahren, nicht als entscheidendes Bildungskriterium für 60-jährige Personen heranziehen kann. Dazu kommt, dass vor allem ältere Frauen in ihrer Jugend bildungspolitisch benachteiligt wurden und sie daher nicht erneut „bestraft“ werden sollen, indem sie nicht zugelassen werden. Die Gebühren betragen 180 € pro Semester (plus ÖH-Beitrag), in Einzelfällen – bei sozial schwächeren TeilnehmerInnen– werden diese auch reduziert oder zur Gänze erlassen.

Wie finanziert sich die Universität 55-PLUS? Welche Lehrveranstaltungen werden ausgewählt?
Für viele der 250 angebotenen Lehrveranstaltungen ist keine Sonderfinanzierung nötig. Diese werden aus dem bestehenden Lehrangebot ausgewählt. Vorraussetzung ist, dass es in den Vorlesungen keine Platzprobleme gibt, sodass der reguläre Studentenbetrieb nicht eingeschränkt wird. Es werden aber auch betreuungsintensive Veranstaltungen wie Proseminare speziell für die älteren Teilnehmerinnen angeboten. Diese werden aus den Studiengebühren finanziert. Die Universität Salzburg steuert Mittel für die Verwaltung bei. Neben dem Kriterium der Kapazitäten wählen wir bewusst Veranstaltungen aus, die die Senioren interessieren. So gibt es zum Beispiel das Angebot „Kunst und Kultur in Salzburg“, da diese Thematik sehr stark nachgefragt wird. Prüfungen können von den Studenten abgelegt werden, müssen aber nicht. Es geht vor allem um die Lust am Lernen.

Wie viele Studenten sind bereits inskribiert? Wie werden die Angebote aufgenommen?
Im Wintersemester gab es noch keine Studiengebühren, da waren es rund 400 TeilnehmerInnen. Für das Sommersemester rechnen wir – aufgrund der Teilnahmegebühren – mit 200-250 TeilnehmerInnen. Da sich das Projekt derzeit noch in der Erprobungsphase befindet, gibt es bislang noch keine Evaluierung. Es kommen jedoch viele einzelne positive Rückmeldungen von älteren Menschen, die uns teilweise richtig enthusiastisch mitteilen, wie glücklich sie über das Angebot der Universität 55-PLUS sind. Sie bedanken sich für die Unterstützung und Hilfestellung, die bereits bei der Inskription beginnt. Man darf nicht vergessen, dass ein Teil dieser Personen nicht in der Lage ist, einen Computer zu nutzen. Wir bieten daher Hilfe bei der Inskription an, beraten und führen Einführungskurse in die PC-Nutzung durch.

Warum ist lebenslanges Lernen aus Ihrer Sicht heute besonders wichtig?
Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger, da die Lebenserwartung steigt. Früher war der Zeitraum zwischen Ende des Erwerbslebens und Lebensende relativ kurz. Heute beginnt mit der Pension noch ein neuer Lebensabschnitt, der sehr lange dauern kann, was erfreulich ist. Daher geht es vor allem darum, diese Lebenszeit möglichst gut zu verbringen. Die drei Säulen dafür sind geistige Fitness (Bildung), Bewegung und die richtige Ernährung. Dadurch bleibt man eher gesund und verfügt über eine hohe Lebensqualität im Alter. Die Risiken an schweren Erkrankungen oder Demenz zu leiden, werden dadurch reduziert. Aus demokratie-politischer Sicht ist eine gute Bildung im Alter ebenso ein zentrales Thema. Wie man zuletzt bei der Volksbefragung zur Heeresreform gesehen hat, stellen ältere Personen einen immer größeren Anteil der wählenden Bevölkerung dar. Es ist deshalb von großer Bedeutung, dass diese auch dementsprechend gebildet sind und über aktuelle Vorgänge Bescheid wissen.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft der Uni 55-PLUS?
Zur Zeit befinden wir uns noch in der Konsolidierungsphase. Ein großes Anliegen ist die soziale Verknüpfung der Teilnehmer untereinander. So bietet ein Proseminar mit mehreren Arbeitsgruppen ideale Anknüpfungspunkte für neue Bekanntschaften und gemeinsame Zusatzaktivitäten. Ebenso wäre mein Ziel, die vorhandenen Ressourcen gegenseitig zu nutzen: So finden sich in den Lehrveranstaltungen viele beruflich oder künstlerisch sehr erfolgreiche Personen mit einem enormen Wissensschatz, der wiederum auch den jüngeren Studenten nicht vorenthalten werden soll.

(Stand: 03/2013)

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