Volkskrankheit Burn-out: früh erkennen, richtig bekämpfen

Dr. Michael Spitzbart zählt zu den renommiertesten Gesundheitsexperten Europas und verzeichnet gerade bei psychischer Belastung, Burn-out und chronischer Müdigkeit große Erfolge mit seiner Methode der sanften Medizin. Im Interview mit „Zukunft ist Thema“ spricht der international gefragte Referent über die typischen Auslöser der „Volkskrankheit“ Burn-out und warum klassische Behandlungsmöglichkeiten bei Belastungsdepressionen mehr schaden als nutzen.

Dr. med. Michael Spitzbart, Arzt und Autor, Fotocredit: www.spitzbart.com

Zukunft ist Thema: Warum entwickelt sich Burn-out Ihrer Meinung nach immer mehr zur „Volkskrankheit“?

Dr. Michael Spitzbart: Burn-out – auch als Belastungsdepression bezeichnet – ist ein Merkmal der heutigen Arbeitswelt. Besonders das mittlere Management ist betroffen, denn diese Mitarbeiter erhalten häufig Druck sowohl von oben als auch von unten. Aber auch Selbstständige kann es erwischen, denn Selbstausbeutung ist oft noch effektiver als Fremdausbeutung. Besser geht es da meist Mitarbeitern in inhabergeführten Familienunternehmen – oder eben in solchen Firmen, wo der Mensch ebenso zählt wie das Ergebnis.

Wichtig ist natürlich auch die Regeneration in der Freizeit. Ein Spaziergang oder eine Bergtour sind sicherlich sinnvoller, als nach Feierabend noch seine 500 besten Facebook-Freunde zu pflegen. Eine harmonische Partnerschaft kann ebenso eine Kraftquelle sein. Ganz schlecht ist es, wenn nach des Tages Müh und Plag der Krieg zuhause weiter geht.

Was sind die typischen Auslöser für Burn-out, wie kann es frühzeitig erkannt und erfolgreich bekämpft werden?

Auslöser von Burn-out sind hohe innere und/oder äußere Ansprüche in Verbindung mit zu wenig Regeneration. Ganz wichtig: Burn-out ist ein Prozess und kein Zustand. Man selbst spürt zuletzt, wenn man sich in dieser Abwärtsspirale befindet. Dabei könnte man durch spezielle Messungen frühzeitig erkennen, wer gefährdet ist und rechtzeitig reagieren. Denn die Hormonspiegel im Gehirn verändern sich messbar, werden aber durch den schleichenden Prozess oft selbst gar nicht wahrgenommen. Depression und Burn-out sind – und das hat die Fachwelt immer noch nicht erkannt – eine Stoffwechselstörung im Gehirn.

Das Stresshormon Cortisol steigt langsam aber stetig an, und das unterdrückt im Gegenzug die Bildung der mentalen „Rückenwindhormone“ Dopamin und Serotonin. Das erste sorgt für den Antrieb, das zweite für gute Laune. Sinken diese beflügelnden Hormone, dann steigt die gefühlte Arbeitsbelastung – wodurch noch mehr Stresshormone ausgeschüttet werden. Damit beginnt die Abwärtsspirale mit vielen fatalen Folgen. Unter anderem greift der Körper in seiner Not nun auf alle Energiequellen zurück und verbrennt neben Kohlenhydraten und Fetten auch Eiweiß als Energie. Das ist von der Natur aber nur zur „Überbrückung von Notzeiten“ und für einen ganz kurzen Zeitraum vorgesehen. Dieses Phänomen wird Energiekannibalismus genannt. Selbst wenn der Stress dann im Urlaub nachlässt steigen die zuvor unterdrückten Rückenwindhormone nicht wieder an, weil genau die Aminosäuren, die der Körper zur Bildung dieser erwünschten Hormone braucht, als Energie verbrannt wurden.

Schon 2018 werden laut einer aktuellen Studie über 50 Prozent der betrieblichen Fehlzeiten durch psychosoziale Krankheiten ausgelöst sein. Die Gefahr: Patienten mit manifestem Burn-out fallen meist mindestens sechs Monate aus. Auch wenn die Mitarbeiter nach längerer Zeit zurückkommen, sind meist nicht mehr so belastbar wie zuvor. Was bleibt, ist eine Narbe auf der Seele. Darum ist die Früherkennung so wichtig.

Welche Behandlungsmöglichkeiten abseits der Bekämpfung von Symptomen durch klassische Medikamentenbehandlung haben sich als sinnvoll erwiesen?

Die klassischen Behandlungsmöglichkeiten sind in meinen Augen völlig falsch, da sie das Symptom behandeln, und nicht die Ursache. Das ist aber mittlerweile so normal geworden in der Medizin, dass das selbst den Ärzten nicht mehr auffällt. Gegen jedes Symptom gibt es ein Medikament.

Bei Depressionen sind das die so genannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), die heutzutage so bedenkenlos verordnet werden als wären es Bonbons. Das wenige Serotonin, das im Gehirn noch produziert wird, soll durch die SSRI länger an der Synapse wirken. Weder das Hormon noch die limitierende Aminosäure werden zuvor im Blut gemessen. Mit Ursachenforschung hat das nichts zu tun. In meiner Praxis erfolgt daher zuvor immer eine Bestandsaufnahme. Man muss die „Zutatenliste“ für die körpereigene Hormonbildung messen und gegebenenfalls optimieren. Nur dann kann der Körper die Hormone wieder selbst produzieren. Dieser Test ist als Früherkennung für jeden sinnvoll, der unter Stress leidet.

Das aktuelle Buch von Dr. Michael Spitzbart „Erschöpfung und Depression: Wenn die Hormone verrücktspielen“ ist im Kösel-Verlag erschienen.

(Stand: 04/2015)

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