Von der verlorenen Beziehung zum Tod

In seinem Buch „Sterben – Zwischen Würde und Geschäft“ beleuchtet Dr. Günther Loewit ein brisantes Thema, das früher oder später alle Menschen berührt, aber von den wenigsten offen angesprochen wird: den Tod. Auf „Zukunft ist Thema“ spricht der erfolgreiche Schriftsteller und Arzt über die moderne Medizin als Spiegelbild der Gesellschaft und warum vor dem Recht auf Sterben in Würde zunächst das Recht auf ein würdevolles Leben ermöglicht werden sollte.

Dr. Günther Loewit, Schriftsteller und Arzt, Fotocredit: pixelkinder.com

Zukunft ist Thema: Wo endet Ihrer Meinung nach die respektvolle, menschenwürdige medizinische Begleitung der letzten Lebensphase und wo beginnt die Geschäftemacherei mit der Angst vor dem Tod?

Dr. Günther Loewit: Eine solche Grenzziehung ist in Anbetracht der Möglichkeiten der modernen Medizin nicht exakt festzulegen. Denn der moderne Medizinapparat arbeitet bereits das ganze Leben über mit Angst und Verunsicherung.

Nur wer sich regelmäßig untersuchen und therapieren lässt kann im medizinischen Sinne unsterblich werden, so die gängige Meinung. Auf den Punkt gebracht könnte man sagen: Es gibt keine gesunden, sondern nur schlecht untersuchte Menschen. Und diese Haltung geht nahtlos in die verlorene Würde beim Sterben über.

Warum sollte vor dem Recht auf ein „Sterben in Würde“ zuallererst das Recht auf ein „Leben in Würde“ gefordert werden?

In Anbetracht der hohen Anzahl von Patienten mit Depression und Burn-out erscheint der parlamentarische Ruf nach einem Recht auf Sterben in Würde wie Spott und Hohn auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen vieler Menschen.

Es ist sicher einfacher und publikumswirksamer ein solches Recht auf Würde zum Lebensende zu fordern. Allerdings wäre es wesentlich anspruchsvoller und effizienter, der Bevölkerung zu helfen, das Leben wieder als würdevoll wahrnehmen und erleben zu können.

Moderne Behandlungsmethoden erkämpfen uns immer mehr Lebenszeit – jedoch zu welchem Preis? Hat unsere Gesellschaft inzwischen verlernt, den Tod als natürlichen Teil des Lebens zu akzeptieren?

Hochpreis-Chemotherapien und aufwändige Untersuchungen wenige Wochen oder Tage vor dem Lebensende erscheinen nur eine Behandlung der eigenen Unsicherheit im Umgang mit dem Tod zu sein.

Die Medizin ist immer ein Spiegelbild der Gesellschaft. Und in einer Lust- und Spaß-Gesellschaft hat der Tod weder in den alltäglichen Überlegungen noch im medizinischen Selbstverständnis einen gebührenden Platz.

„Sterben - Zwischen Würde und Geschäft“ von Dr. Günther Loewit ist 2014 im Haymon Verlag erschienen.

(Stand: 04/2015)

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