Start-ups made in Salzburg?

Wirtschaftszweige sind wie Menschen: Damit diese über Generationen hinweg existieren können, braucht es vor allem Nachwuchs. In der Wirtschaft nennt sich der Nachwuchs „Start-ups". Salzburg hat sich diesem Mantra in den letzten Jahren besonders verschrieben. „Zukunft ist Thema“ sprach mit Walter Haas, Geschäftsführer beim Start-up Salzburg-Partner ITG über die aktuelle Lage der Salzburger Start-up Szene.

ITG Geschäftsführer Mag. Walter Haas

Gute Ideen kennen keine Grenzen. Doch oft scheitert der Erfolg der guten Idee an Finanzierung, Planung und Umsetzung. Um den Prozess der Selbständigkeit zu erleichtern, haben sich acht Salzburger Institutionen aus verschiedenen Kompetenzbereichen mit dem Ziel, Salzburg zur gründerfreundlichsten Region Österreichs zu machen, vereint. „Startup Salzburg“ nennt sich der Zusammenschluss, der Jungunternehmern in jeder Phase der Geschäftsentwicklung zur Seite steht. Denn Unternehmensgründungen werden in Österreich immer beliebter und sind ein enormer wirtschaftlicher Faktor.

Dank der Rolle als Geschäftsführer beim Innovationsservice für Salzburg ITG kennt sich Walter Haas nicht nur in Sachen Start-ups bestens aus sondern war auch als Projektentwickler für das Amt der Salzburger Landesregierung in der Wirtschaftsabteilung tätig.

„Zukunft ist Thema“: Wie würden Sie allgemein die momentane Lage für Gründer in Österreich, aber auch speziell in Salzburg, beschreiben?

Walter Haas: In den letzten Jahren sind Start-ups stark in das öffentliche Interesse gerückt. Auch die Förderlandschaft wurde nochmal mit Start-up-Angeboten ausgebaut, vor allem für die Anfangsphase von Gründungen. Auch im Bereich der Mentoren und Business-Angels hat sich viel getan. Wenn es später um größere Finanzierungen, Investoren und Risikokapital geht, hat Österreich noch einiges an Luft nach oben. Hier brauchen wir mehr Anreize für Investoren, wofür vor allem auf Bundesebene die Rahmenbedingungen weiter verbessert werden müssen. Alles in allem würde ich also sagen, dass Gründerinnen und Gründer allgemein, vor allem aber Start-ups, so gute Rahmenbedingungen wie selten zuvor vorfinden. 

Welcher Bereich der Start-ups gestaltet sich momentan als besonders vielversprechend? 

Besonders vielversprechend sind jene, die eine Alltagsproblem vieler Personen auf einfache Art für die Kundinnen und Kunden lösen. Auch in der Digitalisierung liegt viel Potenzial, allerdings gibt es hier auch starke Konkurrenz. Die Entwicklung auf digitaler Ebene rast. Dementsprechend erwarten wir hier einen starken Anstieg von digitalen Start-ups, vor allem rund um die Themen Industrie 4.0, digitale Services und künstliche Intelligenz. 

Start-up Salzburg ist angetreten, um Salzburg zur gründerfreundlichsten Region Österreichs zu machen. Welche Maßnahmen werden hierfür ergriffen und umgesetzt? 

Wir und unsere Partner haben es geschafft, in Salzburg ein Start-up Unterstützungsnetzwerk aufzubauen, welches von der ersten Idee an unterstützt um schnell vorwärtszukommen. Wir bieten unterschiedlichste Austausch- und Unterstützungsformate für jede Reifephase des Vorhabens an. 

Bei einem Start-up Weekend geht das Ganze einen Schritt weiter und erfahrene Experten aus den verschiedensten Bereichen arbeiten mit Start-ups über 48 Stunden an ihre Ideen. Beim Inkubationsprogramm Factory werden den Start-ups, die es in eine Unternehmensgründung geschafft haben, alle Zutaten bereitgestellt, die sie bis zur Markt- und Investorenreife brauchen. 

Wissen, Austausch, persönliche Mentoren und laufendes Feedback für die richtigen Schritte sind ganz wesentliche Säulen unseres Angebots. Diese Unterstützung beim Markteintritt mit Know-how und Kontakten ist für diejenigen, die es soweit geschafft haben, besonders wichtig. 

Wir setzen auch viele Maßnahmen, um das Salzburger Start-up Ökosystem auszubauen. Zum Beispiel arbeiten wir daran, aktiv den Gründergeist in den Hochschulen anzusprechen und dort gute Ideen aufzuspüren. Die Beraterinnen und Berater an unseren Service-Points, etwa in der FH Salzburg, coachen auch während des gesamten Prozesses von Ideenfindung bis zum Markteintritt oder tragen Entrepreneurship auch in die Lehre hinein. Wir wollen allen Ideen und Start-ups in unserem Ökosystem die passende Trittsicherheit geben und Risiko abfedern helfen, auch wenn manchmal das Geschäftsmodell oder die Idee nicht als Unternehmen umsetzbar ist. Hier zeigen wir auch andere Möglichkeiten der Verwertung auf.

Wie wichtig ist es vor allem im Anfangsprozess erfahrene Unternehmen und Mitarbeiter im Prozess der Gründung als Mentoren miteinzubeziehen? 

Vertrauenswürdige Mentoren sind ganz wesentlich – egal in welcher Phase. Gerade am Anfang ist es wichtig Scheuklappen abzulegen und sich zu öffnen. Denn wenn jemand gut im Marketing ist, verliert die Person möglicherweise ihr Produkt aus den Augen. Wenn jemand nur die Technologie im Kopf hat oder gerne programmiert, kann es schon vorkommen, dass vor lauter "Codingleidenschaft" der Kundenutzen oder die Zielgruppen aus den Augen verloren wird. Nur weil man selbst von einer Idee überzeugt ist, bedeutet das noch lange nicht, dass es dem Rest der Menschheit auch so geht und der Markt geradezu auf mich wartet. Externe und vor allem Personen aus etablierten Unternehmen helfen dabei, sich nicht schon am Anfang zu verrennen. Sie können spannende Zugänge herstellen und viel an Erfahrung einbringen, was auch Fehler vermeidet und schnelles Vorwärtskommen unterstützt. 

Welche Tipps können Sie Jungunternehmern auf den Weg geben? 

Das Ziel konzentriert und fokussiert ein Projekt zu verfolgen und sich auf das Wesentliche, das was mich schnell vorwärts bringt, zu konzentrieren. Dabei offen sein für ehrliches und frühzeitiges Feedback aus dem Markt. Dabei kann ein Prototyp vom Produkt gut helfen, um das laufend beispielsweise in einem kleineren Kreis zutesten. Vor allem Start-ups dürfen nie ihre Kundinnen und Kunden aus den Augen verlieren! Wir erleben es immer wieder, dass so Produkte und Geschäftsmodelle zwar völlig anders als die ursprüngliche Idee aussehen, aber erfolgreich werden.

Gerade Frauen haben meist sehr viel Respekt vor dem Schritt in die Selbstständigkeit und der Gründung eines Unternehmens. Wie erklären Sie sich das und wie kann man dies entgegenwirken? 

Bei der Gründung an sich sind die Frauen nicht unterrepräsentiert, sie machen zwischen 40 und 50 Prozent, bei Einzelunternehmen sogar fast 60 Prozent, aus. Bei Start-ups hingegen finden wir nur zwischen 12 und 15 Prozent. Zum einen kommen Start-ups nicht selten aus der technischen Ecke, in der Frauen leider noch immer stark unterrepräsentiert sind, und zum anderen sind sie oft mit mehr Risiko behaftet, weil hier ganz neue Sachen ausprobiert werden. 

Wie man aus verschiedensten Studien weiß, sind Frauen weniger risikofreudig als Männer. Das mag wohl auch hier eine Rolle spielen. Um die spätere Gründungsdynamik zu ändern, müssen bereits im Kindesalter althergebrachte Rollenbilder aufgebrochen werden, aber auch der Zugang zu Technik, zu Innovationsgeist, zur Vermittlung unternehmerischer Kompetenzen und Freude an MINT (Anm. d. Red.: "MINT-Fächer" ist eine zusammenfassende Bezeichnung von Unterrichts- und Studienfächern beziehungsweise Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) weiter gestärkt werden. Ich denke, es ist hier dann für potenzielle Gründerinnen auch besonders wichtig, in Netzwerke wie Start-up Salzburg eng eingebunden zu sein und von den Erfahrungen anderer zu profitieren. 

(Stand 05/2018)

Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Marketingmitteilung, welche von der Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft ausschließlich zu Informationszwecken erstellt wurde. Sie wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen. Diese Marketingmitteilung stellt weder eine Anlageberatung, noch ein Angebot oder eine Einladung zur Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Veranlagungen dar. Die enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung – vorbehaltlich von Änderungen und Ergänzungen. Die Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Inhalte und für das Eintreten von Prognosen. Die Inhalte sind unverbindlich und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dar. Da jede Anlageentscheidung einer individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse (z.B. Risikobereitschaft) des Anlegers bedarf, ersetzt diese Information nicht die persönliche Beratung und Risikoaufklärung durch den Kundenberater im Rahmen eines Beratungsgesprächs. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Finanzinstrumente und Veranlagungen mitunter erhebliche Risiken bergen. Angaben über die Wertentwicklung beziehen sich auf die Vergangenheit und stellen daher keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung dar. Währungsschwankungen bei Nicht-Euro-Veranlagungen können sich auf die Wertentwicklung ertragserhöhend oder ertragsmindernd auswirken. Aus der Veranlagung können sich steuerliche Verpflichtungen ergeben, die von den jeweiligen persönlichen Verhältnissen des Kunden abhängen und künftigen Änderungen unterworfen sein können. Diese Information kann daher nicht die individuelle Betreuung des Anlegers durch einen Steuerberater ersetzen. Die beschränkte Steuerpflicht in Österreich betreffend Steuerausländer impliziert keine Steuerfreiheit im Wohnsitzstaat. Prospekte sowie allfällige Nachträge von Emissionen der Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft, welche auf Grund des KMG aufzulegen sind, liegen bei der Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft auf. Im Falle von anderen Emissionen liegt der Prospekt samt allfälligen Nachträgen beim jeweiligen Emittenten auf.

Diese Produkte könnten Sie interessieren

Keine Nachrichten verfügbar.