Plädoyer für aktive Krisenkommunikation

Nach dem erfolgreichen Buch über Employer Branding für KMU von Wolfgang Immerschitt und Marcus Stumpf, das 2015 im Springer Gabler Verlag publiziert wurde, hat der Plenos-Geschäftsführer nun eine weitere Publikation veröffentlicht: „Aktive Krisenkommunikation. Erste Hilfe für Management und Krisenstab“ ist als Springer Essential erschienen. Die Publikation ist ein „Plädoyer, sich aktiv mit Veränderungsprozessen auseinanderzusetzen“, sagt Dr. Wolfgang Immerschitt im Gespräch mit „Zukunft ist Thema“.

Dr. Wolfgang Immerschitt, Autor und Geschäftsführer plenos Agentur für Kommunikation

Zukunft ist Thema: Wo liegt die Aktualität beim Thema Krisenkommunikation?

Dr. Wolfgang Immerschitt: Mit weit mehr als 20 Millionen Treffern ist der Begriff Krise bei Google hoch im Kurs. Ein Spitzenreiter bei den 2015 aktuellen Suchergebnissen ist der „Abgasskandal“ von VW. Der schafft es allein auf fast 7 Millionen Einträge in der Suchmaschine.

Viele Krisen, die die Wirtschaft in letzter Zeit massiv betroffen haben, hatten ihre Ursachen freilich gar nicht in von Unternehmen ausgelösten Flops: die Schuldenkrise der Staaten, die fröhlich ihre Konten überzogen und irgendwann einmal ihre Schulden nicht mehr ordentlich bedienen konnten, der Ukraine-Konflikt und das folgende Russland-Embargo, der IS-Terror oder die Aufhebung der Frankenbindung an den Euro und damit dessen Übergabe an das Spiel der Währungskräfte: Immer wurden Myriaden von Unternehmen und ganze Branchen oder Volkswirtschaften auf dem falschen Fuß erwischt.

Zukunft ist Thema: Gegen die meisten der genannten Krisenursachen können Unternehmen doch gar nichts tun!

Das stimmt nur teilweise. Leider gilt nach wie vor die Erkenntnis, dass die vorausschauende Steuerung von Veränderungsprozessen kaum stattfindet und Krisenprävention deshalb häufig außer Acht gelassen wird. Oder, wie das die bekannte Kommunikationswissenschaftlerin Univ.-Prof. Claudia Mast einmal so treffend formuliert hat: Außerordentliche Ereignisse seien ein viel diskutiertes Thema, was viele Organisationen nicht davon abhält, sich mangelhaft darauf vorzubereiten.

Zukunft ist Thema: Können Sie dafür ein Beispiel geben?

Das Thema TTIP lässt die politischen Wogen hochgehen. Es gibt berechtigte Sorgen, massive Befürchtungen eines Qualitätsverlustes insbesondere bei Nahrungsmitteln (Stichwort Chlorhuhn), aber auch Erwartungen eines erleichterten Zugangs zum amerikanischen Markt. Wie auch immer die eigene Gemütslage geartet ist, sollte sich jedes Unternehmen doch in jedem Fall für sich überlegen, wie sich die Märkte verändern könnten. Erkennbar sind Bemühungen von Unternehmen, die Chancen und Risiken von TTIP abzuwägen, gegenwärtig leider kaum.

Die beste Form der Krisenbewältigung wäre eigentlich, sie erst gar nicht akut werden zu lassen. „Offenbar ist am gefasstesten, wer auf alles gefasst ist. So gesehen ist nicht morbide, sondern lebensklug, gelegentlich auch an Verlust und Versagen zu denken“, hat Doris Märtin in einem Buch mit dem Titel „Mich wirft so schnell nichts um“, geschrieben. Frühzeitig potenzielle Krisenherde auszumachen – zu vermeiden, dass sie offen zu lodern beginnen – baut Schutzschilde auf.

Zukunft ist Thema: Welche Erfahrungen haben Sie, wenn eine Krise dann doch einmal ausbricht?

Als Kommunikationsberater habe ich schon vielfältige Formen von Unternehmenskrisen gemanagt, Workshops und Medientrainings für CEOs, Manager und Mitarbeiter abgehalten und nicht zuletzt als Lektor an der Universität Salzburg Fallstudien gemeinsam mit Studierenden bearbeitet. Häufig geht es bei Unternehmenskrisen um sehr viel. In jedem Fall steht die Reputation, der gute Name, die Marke auf dem Spiel. Oft geht es um Arbeitsplätze, die verloren gehen. In ganz schlimmen Fällen steht das Überleben des Unternehmens insgesamt in Frage. Immer aber sind Personen mittelbar oder unmittelbar betroffen. Besonders bedrückend sind Fälle, in denen Menschen durch Arbeitsunfälle sterben. Es lässt niemanden kalt, wenn Menschen sich verletzen oder sterben, wenn Familien ihre Lebensgrundlage entzogen wird, weil ein Betrieb schließen muss.

Zukunft ist Thema: Warum werden Krisen oft sichtlich falsch gemanagt?

Die Phänomene von Krisen machen es den unmittelbar Betroffenen oft sehr schwer, professionell zu agieren. Wie auch, wenn die Nerven blank liegen. In so genannten disruptiven Veränderungsprozessen treten zwei Phänomene auf, die ich bildhaft gerne mit den Begriffen Scheuklappensyndrom und Wagenburgverhalten beschreibe. Die Scheuklappen sorgen dafür, dass vor lauter Problemen die Lösungen nicht mehr gesehen werden. Die aber werden von den Betroffenen letztlich erwartet. In früheren Zeiten, als noch John Wayne der Sonne entgegenritt, waren Wagenburgen sehr häufig in Westernfilmen zu sehen. Planwagen wurden kreisförmig zusammengestellt, um eine Barriere gegen angreifende Indianer (die sich eigentlich nur gegen das Eindringen der Siedler in ihr Territorium wehrten) zu errichten. Dann wurde geschossen, was das Zeug hält – ohne zu zielen und zu treffen. Hauptsache laut, viel Pulverdampf und Pseudoaktivität.

Zukunft ist Thema: Wie kann man diese organisationspsychologischen Phänomene vermeiden?

Um ehrlich zu sein: Wenn wirklich etwas Dramatisches passiert, sind wir alle bei unmittelbarer Ichbezogenheit nicht davor gefeit, panisch zu reagieren. Aber es hilft ungemein, wenn sich ein Unternehmen strategisch auf allfällige Notfälle vorbereitet. Genau das ist der Anspruch des nur 54 Seiten umfassenden Springer Essentials, den es auch als e-Book gibt: Sich einmal in die Helikopterposition zu begeben, um mit Abstand und aus einer anderen Perspektive verschiedene Szenarien durchzuspielen und nach Gesetzmäßigkeiten zu suchen.

Gezeigt wird, wie Abläufe, Verantwortlichkeiten, Verständigungsketten und Leitfäden für die Kommunikatoren festgelegt werden und wie das Informationsbedürfnis von Stakeholdern erfüllt wird. Breiter Raum wird den Aufgaben des Krisenstabs und der Erstellung des Krisenhandbuchs gewidmet, das Anweisungen, Checklisten und Kontaktdaten für den Notfall enthält.

 

Aktive Krisenkommunikation
Erste Hilfe für Management und Krisenstab
Verlag:
Springer Fachmedien Wiesbaden (2015)
ISBN: 978-3-658-10944-8
54 Seiten
Taschenbuch 9,99 Euro
e-Book 4,99 Euro

(Stand: 11/2015)

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