Salzburger Vitalkisterl: Hier zählt Regionalität und Persönlichkeit

Marion Kindl, Gründerin und Inhaberin des Salzburger Vitalkisterls, erzählt im Gespräch mit „Zukunft ist Thema“ von ihrem Ehrenkodex, erklärt den Wert von Regionalität, interpretiert den Begriff „Bio“ und verrät Lerneffekte der Gemüsekiste.

2010 startete Marion Kindl mit ihrem Salzburger Vitalkisterl. „Nach meiner Marketing- und Managementausbildung habe ich mich gefragt, was ich machen will. Es sollte etwas sein, was sich mit meinem Wertebewusstsein deckt und den regionalen Wirtschaftskreislauf fördert. Ich habe schon früher mit meinen Eltern direkt beim Bauern eingekauft - so ist die Idee entstanden. In Salzburg hat es zu diesem Zeitpunkt nur die Biokisten gegeben. Das hat aber für mich nicht ganz gepasst“, sagt Kindl im Gespräch mit Zukunft ist Thema.

„Das ist für uns ein Ehrenkodex“

Das Gemüse kommt direkt von Bauern aus der Umgebung, mit einem Radius von nur zehn Kilometern, und wird nach Hause geliefert. „Da gibt es keine Ausreißer, keine Ausnahmen, keine Zwischenhändler. Das ist für uns ein Ehrenkodex. Wenn ich etwas wissen will, frage ich den Bauern direkt. Diese Art von Regionalität hat einen großen Wert. Ich kann zum Beispiel nachfragen, warum die Radieschen jetzt anders schmecken als im Sommer. So lerne ich auch selbst sehr viel dazu.“

„Das Wichtigste war, Glaubwürdigkeit aufzubauen“

Am Anfang startete Kindl alleine, mit drei Bauern als Lieferanten und 15 Kunden, vier davon ihre eigenen Schwestern. Mittlerweile ist das Unternehmen gewachsen. Als Werkstatt dient statt dem eigenen kleinen Keller ein ehemaliges Blumengeschäft. Fünf Mitarbeiter und zehn Bauern sind für das Vitalkisterl im Einsatz. „Das Wichtigste am Anfang war, Glaubwürdigkeit aufzubauen, den Bauern und Kunden zu zeigen, dass ich es ernst meine. Das System hat aber sofort Anklang gefunden und sich weiter entwickelt. Die Zahl der Kunden ist größer geworden und die Bauern sind mit der Zeit von alleine auf mich zugekommen. Werbung haben wir sehr wenig gemacht, das hat fast alles über Mundpropaganda funktioniert. Besonders freut mich auch, dass wir eine sehr geringe Fluktuation haben und noch fast alle Kunden der ersten Stunde dabei sind.“

Regionalität hat viele Gesichter

Regionalität bedeutet für Kindl mehr, als nur auf kurze Transportwege zu achten. „Da geht es auch um Arbeitsbedingungen im lokalen Anbau, mit denen ich mich identifizieren kann. Bei uns ist außerdem die Trinkwasserqualität vom Feinsten. Das ist in anderen Regionen nicht so. Man kann es gar nicht hoch genug schätzen, dass in der eigenen Region Lebensmittel von solch einer hohen Qualität produziert werden.“
„Bio allein ist mir zu wenig“
Dem Begriff „Bio“ steht Kindl kritischer gegenüber als noch vor ein paar Jahren. „Bio kann auch bedeuten ‚Bio von irgendwo‘. Dem Begriff wird oft blind vertraut. Ich weiß, dass das österreichische Bio-Siegel streng kontrolliert wird. Aber es gibt mittlerweile schon so viele Zertifizierungen, dass man da kaum noch durchblickt und sich nicht ausreichend damit beschäftigen kann. Ich kaufe lieber direkt dort, wo ich den Produzenten persönlich kenne und nachfragen kann. Bio allein ist mir zu wenig.“

„Natur hat ihren eigenen Rhythmus“

Durch den regionalen Ansatz und den kleinen Radius müssen Kindl, aber auch ihre Kunden, flexibel sein, was den Inhalt des Kisterls betrifft. „Im Supermarkt gibt es fast immer alles. Aber so ist die Natur nicht. Sie hat ihren eigenen Rhythmus. Doch obwohl wir in einer Überflussgesellschaft leben, funktioniert das Konzept und die Kunden sind zufrieden. Es hat auch etwas Schönes, nach der natürlichen Verfügbarkeit zu leben und sich damit zu beschäftigen, was bei uns wann wächst.“


Über 60 verschiedene Gemüsesorten

Kindl freut sich bereits auf das breitere Angebot, das die höheren Temperaturen mit sich bringen. „Im Frühling geht es natürlich bergauf mit der Ernte. Demnächst kommen Kopfsalat, Jungzwiebel, Mairüben und Radieschen dazu. Danach geht es weiter mit Spinat, Kohlrabi, Karfiol und Brokkoli. Der Gemüseteller schaut immer anders aus und als schöner Nebeneffekt lernt man immer wieder etwas dazu. Zum Beispiel, dass Knoblauch nicht zwangsweise aus China kommen muss. Der wird auch bei uns angebaut, aber es gibt ihn halt nicht immer. Auch Melanzani gibt es nicht nur in Italien oder Griechenland, sondern im Sommer auch bei uns. Über das Jahr hinweg kommen wir auf 60 verschiedene Gemüsesorten – das ist doch großartig!“

Gesundes Wachstum

Im Gegensatz zur Anfangsphase kann Kindl sorglos auf Urlaub fahren, „weil das Team auch ohne mich funktioniert. Ich kann mich immer mehr aus dem operativen Geschäft herausnehmen und mich mehr auf meine Kernkompetenz, das Marketing, konzentrieren. Für die Zukunft wünscht sie sich in erster Linie, zufrieden zu bleiben. Das Unternehmen darf langsam und stabil weiter wachsen, aber nur bei gleichbleibender Qualität und ohne die Grundwerte zu verändern. „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung. Immer mehr und immer schneller zu wachsen, funktioniert nicht. Ein Unternehmen muss sich gesund und natürlich entwickeln – so wie Gemüse.“

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